Sister Jones

Sister Jones haben es sich in den vergangenen Wochen bei uns in den Indie-Charts bequem gemacht, aktuell liegen sie mit dem psychedelisch aufgezuckerten "Breathe" auf einem ausgezeichneten vierten Platz... und in einem ausgesprochen starken Indie-Frühjahr 2019.

Im Interview geht es um den Werdegang der Band, die Beatles und darum wie es weitergeht... 

Wie kam es zu der Entstehung von Sister Jones?
Hannes und ich haben einander 2010 in der Arbeit kennengelernt. So unterschiedlich wir als Typen sind, es gab von Anfang an starke Gemeinsamkeiten: Wir haben beide jahrelang in zahlreichen Bands musiziert und stehen fast schon übertrieben auf die Beatles. Es hat nicht lange gedauert, bis wir bemerkt haben wie gut wir uns ergänzen und zusammenarbeiten, Hannes als Texter und ich als Komponist. Einen Bassisten und zwei Bläser haben wir ziemlich rasch und unaufgeregt um uns gescharrt. 

 

"Breathe" ist euer drittes Album. Was hat sich von Album zu Album verändert?

Unser Erstling „Paul Is Dead“ war eine wilde Sache – viel zu komplexe Stücke mit einer leicht unkoordinierten Rohheit vorgetragen. Wir haben das Album in 2 Tagenlive eingespielt (und ich liebe es nach wie vor). Bei „Number 9“ war die Produktion schon deutlich ausgeklügelter, die Bläser Arrangements treten mehr in den Vordergrund und unsere Spielweise war dynamischer, verträglicher. 

Mit „Breathe“ haben wir nun ein paar Popsongs aufgenommen, die schnörkellos und am Punkt sind – darauf bin ich sehr stolz. Ein guter Teil der Songs wurde von unserer Norwegen-Tournee inspiriert und war schnell zu Papier gebracht. Für Arrangements und Aufnahmen haben wir uns dann aber insgesamt ein gutes Jahr Zeit genommen. Tobias von der Elektroband „Ant Antic“ hat das Album sehr transparent und modern gemischt. Seit 2018 haben wir außerdem drei neue Bandmitglieder am Start, was den Sound natürlich auch veränderte: Bastian an der Posaune, Linda am Backgroundgesang und Christian am Bass.

 

Immer wieder sind in euren Alben Beatles Referenzen zu finden, z.B. die Albumtitel "Paul is Dead" und "Number 9". Was hat es damit auf sich?

Das ist einfach ein kleiner Insider-Joke. Wir bauen textlich gerne Mythen und Gerüchte ein, die nur besonders hart gesottene Beatles Fans erkennen. Teilweise klauen wir aber auch ganze Melodieabläufe und Textpassagen und bringen sie in einen neuen Kontext. Wer das am Album heraushört freut sich für einen Moment – allen anderen ist diese Spielerei wohl eher egal. 

 

Was können sich die Besucher eurer Konzerte von eurem Live-Auftritt erwarten?

Unsere zackigen Bläser-Arrangement und die treibenden Songs gehen ganz gut in die Hüfte und ins Tanzbein. Wir sind aber im Grunde keine besonders fröhliche Band. Hannes‘ Texte variieren zwischen tieftraurigen, zukunftspessimistischen, auch zynischen Botschaften. Meine Melodien sind catchy aber ziehen einen gleichzeitig ganz schön runter. Diese Gegensätze sind für einige Konzertbesucher bzw Radiostationen nicht immer so leicht zu verstehen – was wahrscheinlich erklärt, warum wir nach fast 10 Jahren Bandgeschichte im (sehr gemütlichen) Untergrund verharren.

 

Was steht bei euch in nächster Zeit an und was sind die Pläne für die Zukunft?

Wir haben für 2019 genug Konzerte in der Tasche, um „Breathe“ ausgiebig live zu präsentieren. Jetzt im Frühjahr innerhalb Österreichs, im Spätsommer in Schweden und im Herbst im europäischen Osten. Was wir aber jetzt bestimmt länger nicht machen werden: Über ein nächstes Album nachdenken.

 



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