Poploader

Hochmelodiöser, euphorischer Britpop-Sound aus Bayern? Man denkt dabei unweigerlich an die Gebrüder Marschel (Atomic), und im Fall von Poploader ist das kein Zufall; die beiden Weisswurscht-Gallaghers (Thomas, der Liam-, Rainer der Noel-Widergänger) haben sich für Poploader mit Markus Mühlbauer verstärkt und legen nun los; und das nicht schlecht; die Debütsingle "Summerboy Blues" stieg so eben von null auf eins (!) in die austrian indie charts ein und fegt aktuelle Sorgen zumindest für 2:55min weg... 

Eure Debütsingle „Summerboy Blues“ klingt euphorisch und nach viel Aufbruchsstimmung. Ist die gute Laune auch eine Reaktion auf die – gerade für Musiker – schwierigen Zeiten?

Nicht gewollt, eher zufällig. Der Song ist bereits vor der Coronakrise entstanden und wir denken die Euphorie und Aufbruchstimmung die der Song vermittelt vielmehr dadurch entstanden ist, dass sich drei alte Freunde nach sehr vielen Jahren wieder begegnen und nochmal beginnen gemeinsam ein neues Musikprojekt aus dem Boden zu stampfen. Beim ersten gemeinsamen Treffen und dem Beginn des Songwritings an „Summerboy Blues“ spürten wir alle eine große Euphorie und unglaubliche Motivation. Es war so wie sich an gute alten Zeiten zu erinnern und trotzdem was ganz neues und aufregendes zu beginnen. Wir denken dieses Gefühl schwappt beim Hören des Songs auch auf die Hörer über.

Stichwort schwierige Zeiten; um das Thema Corona kommt man zur Zeit schwer herum. Wie geht ihr mit all den Einschränkungen um?

Die Coronakrise ist wohl nicht nur für uns als Band, sondern für jegliche Art von Künstler keine leichte Zeit. Wir mussten teilweise eingeplanten Gastmusikern absagen, konnten uns lange Zeit nicht mehr zum gemeinsamen Arbeiten am Album treffen und wir verlieren nun kurz nach Release unserer Debütsingle die Option von Discotheken – und Club-DJs gespielt zu werden, da die Läden ja überwiegend geschlossen haben. Der Release unserer Debütsingle war eigentlich auch ein paar Monate früher geplant gewesen. Wegen der Coronakrise hat es sich dann bis August gezogen.

Thomas und Rainer haben in den letzten gut zwanzig Jahren als Atomic bereits eine Vielzahl an schönen Indie-Pop-Hymnen fabriziert. Markus ist hier im neuen Projekt nun quasi der Neue an Bord. Woher kennt ihr euch, und wie kam es nun dazu mit diesem neuen Projekt in dieser Konstellation zu starten?

Wir kennen uns bereits seit der Schulzeit, sozusagen schon über ein halbes Leben. Markus war auch Gründungsmitglied von Atomic. Unsere ersten gemeinsamen Bandproben fanden im Keller von Markus Elternhaus statt. Da wir alle schon früh Musiknerds mit ähnlichem Musikgeschmack waren, führte in einer dörflichen Gegend in der Provinz wo das Wort „Indie“ damals nur einer handvoll Menschen bekannt war wohl kein Weg aneinander vorbei. Um die Jahrtausendwende als Markus aus Atomic ausgestiegen ist und nach Regensburg gezogen war haben wir uns danach für relativ lange Zeit aus den Augen verloren. Nur durch einen Zufall kamen wir Jahre später wieder zusammen. Markus hatte sich in der Zwischenzeit zu Hause ein Kellerstudio eingerichtet und wir haben dann ein Treffen vereinbart um uns das mal anzusehen. Nach ein paar Bier beim ersten Wiedersehen und einer kurzen Jam Session im Studiokeller entstand dann schnell die Idee gemeinsam was Neues auf die Beine zu stellen um u.a. auch die langjährige Freundschaft weiter bzw. wiederbeleben zu lassen.

Jeder von euch dreien bringt Songideen ein und auch jeder singt. Wer bringt da welche Stärken ein, also ist einer zum Beispiel mehr auf Balladen und ein anderer auf Rocker spezialisiert oder findet auch innerhalb der Songs kreativer Austausch statt?

Ja, kreativer Austausch innerhalb der Songs trifft es ganz gut. Es gibt natürlich auch Songs, da weiß man sofort, dass die nur einer von uns singen kann, weil sie ihm einfach perfekt auf den Leib geschnitten sind. Bei anderen Songs gestaltet sich allerdings dieser Prozess durchaus auch mal schwieriger. Jeder probiert sich mal an den Main- und Backvocals, verschiedene Gitarrensoli- und Keyboardsoundvorschläge prasseln aufeinander und es findet ein - manchmal auch nicht ganz leichter und langwieriger - Entscheidungsprozess statt. Letztlich muss der Song aber natürlich für jeden von uns passen. Meist ist es aber auch so dass Rainer und Markus die Arrangements der Songs zusammen ausdüfteln und dann die Meinung dazu von Thomas hinzugezogen wird.

Was wird uns am Debüt-Album erwarten, könnt ihr da bereits ein bisschen einen Vorausblick geben, sind da schon alle Songs im Kasten?

Die Aufnahmen sind bereits zu allen 10 Songs des Albums im Kasten. Unsere nächste Single "Teresa" die dieses Jahr noch erscheinen wird - ist zum Beispiel inkl. Video-Clip schon komplett fertig und wartet sozusagen nur noch auf die Veröffentlichung. Erwarten darf man von unserem Album eingängigen, englischsprachigen Indie-Pop mit textlich wie musikalischen Einflüssen die von The Kinks, Joy Division über The Cure bis hin zu Oasis und David Bowie reichen.

Was sind die weiteren Pläne für Poploader, soweit man in diesen Zeiten überhaupt als Band vorausplanen kann?

Wir werden dieses Jahr wie bereits erwähnt noch eine zweite Single veröffentlichen. Im nächsten Jahr wird voraussichtlich spätestens Mitte des Jahres unser Debütalbum erscheinen. Eine dritte Single vor dem Album steht aktuell ebenfalls noch im Raum. Wie es danach mit „Poploader“ weitergeht, wissen wir selbst noch nicht so genau. Was erst als reines Studioprojekt gedacht war, könnte nächstes Jahr auch live auf den Bühnen in und um Regensburg zu sehen sein... aber wer weiß das in der heutigen, ungewissen Zeit schon...



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