Subscene: Wie eine Wiener Plattform die Indie-Konzertszene verändern will

Booking-Anfragen bleiben unbeantwortet, Venues sind überlastet und Touren in fremden Städten und Ländern oft ein finanzielles Risiko. Das Wiener Community-Projekt Subscene geht genau diese Probleme vieler Indie-Acts an – mit einer Mischung aus Matchmaking, Kollaboration und datenbasierter Konzertplanung.

Subscene will Acts im DACH-Raum helfen, ihre Konzertvorhaben besser umzusetzen. Ziel ist es, dass Indie-Musikerinnen und Musiker passende Support-Bands sowie den perfekten Veranstaltungsort für sich finden. Auch für Ticketverkäufe und eine ausreichende Zahl an Besucherinnen und Besuchern will Subscene sorgen.

Subscene hilft Indie-Acts, Konzertpläne umzusetzen 

Im Gespräch mit dem Indie-Charts-Magazin erklärt Mitgründer Philip Waldenberger, dass für Subscene die Kollaboration mit lokalen Acts wichtig sei. Die Venues, die täglich mit Hunderten Einzelanfragen überflutet würden, könnten die notwendige Vernetzung aber nicht leisten.

„Unser Produkt dreht den Prozess um“, so Waldenberger. Vor der Auswahl der Venue stehe das Zusammenstellen eines passenden Line-ups. Anschließend werde ein geeigneter Veranstaltungsort für mehrere Acts gebucht. „Die Kosten werden reduziert und das Publikum gebündelt.“

Konkurrenzdenken hemmt Erfolg

Waldenberger zeigt sich derweil verwundert, dass solche Kollaborationen bisher eher selten zustande kämen. Den Grund dafür sieht der Subscene-Mitgründer in der Intransparenz. Diese werde auch durch das nach wie vor verbreitete Konkurrenzdenken innerhalb der Szene verursacht. Häufig würden etwa lokale Acts ihre Kontakte zu Veranstaltern für sich behalten. Dabei könnten gemeinsame Konzerte allen Beteiligten zugutekommen.

Um die Planungssicherheit zu erhöhen, setzt Subscene außerdem auf bandeigene E-Mail-Verteiler. Interessierte Konzertbesucherinnen und -besucher können sich dort eintragen. Sie werden nur dann informiert, wenn ein Auftritt in ihrer Nähe stattfindet. Dadurch sollen realistischere Publikumsprognosen möglich werden als über reine Social-Media-Follower oder Streamingzahlen.

Wie funktioniert das Subscene-Konzept konkret?

Der geplante Workflow sieht folgendermaßen aus: Zunächst werden laut Subscene per Matchmaking passende Line-ups zusammengestellt. Die Acts schauen jeweils, wie groß das Publikum sein könnte. Anschließend wird die entsprechende Venue ausgewählt und angefragt.

Ist ein Gig bestätigt, können per Mausklick Ticketlinks verschickt werden. Je nachdem, wie die potenziellen Besucherinnen und Besucher reagieren, können die Beteiligten nachjustieren und Schritte unternehmen, das Konzert möglichst auszuverkaufen.

Subscene ist aktuell noch im Aufbau befindlich. Das Matchmaking, bei dem passende Bands gefunden werden, und das Sammeln von E-Mail-Adressen sind schon möglich. Beim Ticketing wird die Plattform mit dem Dienstleister NTRY zusammenarbeiten. Noch müssen hier Softwareprozesse abgestimmt werden.

Web-Applikation kommt noch 2026

Aktuell arbeiten bei Subscene acht Personen, fünf aus dem Bereich Musik und drei Softwareentwickler, an dem Projekt. Geplant ist, so Waldenberger, den gesamten Workflow – vom Finden passender Acts über die Publikumsplanung bis zum Ticketverkauf – noch 2026 als Web-Applikation verfügbar zu machen.

Ob sich das Konzept in der Praxis durchsetzt, bleibt freilich abzuwarten. Einen interessanten Ansatz, die aktuellen Herausforderungen bei der Planung von Indie-Konzerten zu lösen, liefert Subscene auf jeden Fall.

 

Foto: Teil des Subscene-Teams (v.l.n.r. Jana Allgäuer, Ajla Spahic, Philip Waldenberger, Conrad Indiono, Angelika Brucker)
Foto-Credits: Alisa Husieva


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