Kommando Elefant

Kommando Elefant stehen grad in den Startlöchern zu einem Comeback; die Band hat sich runderneuert und so eben voller Tatendrang die Single "In all den abgefuckten Clubs" rausgehauen; einen ersten Vorboten auf ihr im März 2017 erscheinendes Album "Herz und Anarchie".

Wir haben uns mit Mastermind Alf im Beisl getroffen...

Mit "In all den abgefuckten Clubs" habt ihr euch fulminant zurückgemeldet. Wie ordnest du den Song in eurem bereits vier Album umfassenden Werk ein; beginnt eine neue Phase für Kommando Elefant?


Ja, für uns beginnt definitiv eine neue Phase. Wir haben nach einigen Jahren und Ausprobieren unseren Sound gefunden.
 
Was kann man sich von eurem im März kommenden neuen Album erwarten? Ist "abgefuckte Clubs" repräsentativ für die Richtung in die das Album gehen wird?


Jein, „abgefuckte Clubs“ schließt – neben dem Song „Urlaub im Glas“ - am ehesten noch an unser letztes Album an, zeigt aber schon den Übergang auf, da es hier zB ein – ich darf mal sagen – fulminantes Gitarrensolo gibt – und wir am letzten Album ja gar keine Gitarren drauf hatten. Das neue Album ist generell ein poppiges Indie-Album geworden. Wir sind jetzt langsam am Weg dorthin, wo wir immer hinwollten.
Allerdings wird der Weg nie zu Ende sein, da es immer neue Einflüsse gibt, die es auch auszuprobieren gilt.
 
Eine Neuerung ist auf jeden Fall dass ihr vom Quartett zum Quintett gewachsen seid, und jetzt auch einen Gitarristen an Bord habt, der dich Alf sicher auf der Bühne entlastet. Was kannst du uns dazu sagen, also Beweggründe für den Zugang und wie er sich so macht?


Martin, unser neuer Gitarrist, hat schon auf früheren Alben die Studio-Gitarrenarbeit gemacht.
Auf dem kommenden Album hatte er große künstlerische Freiheit und konnte sich noch mehr einbringen. Die Gitarrenlinien sind nun so prägnant und wichtig geworden, dass es auch live notwendig ist, dass diese von Martin gespielt werden. Er ist halt Profi.
 
Vor kurzem habt ihr in der Wiener Stadthalle, bei der Programmpräsentation gespielt.  Wie war`s?


Ich kann nur sagen, super, gern mehr davon! Wir sinds ja eher gewohnt in all den wunderbaren abgefuckten Clubs zu spielen, da ist natürlich so eine Bühne, und auch dieses – eher weniger indie-lastige – Publikum etwas anderes. Aber ich denke, wir haben gut abgeliefert, das Publikum hat gut kopfgenickt – das zeigt, dass wir auch im – ich sag mal – interessierten Mainstream punkten können.
 
In den letzten Jahren hatten einige deutschsprachige österreichische Bands ihren Durchbruch in Deutschland. Gibt es da bei euch auch Pläne vermehrt beim nördlichen Nachbarn auf sich aufmerksam zu machen?


Ja, die Pläne gibt es, man sagt nicht „Nein“, sollte es passieren. Wir haben uns diesmal zwischen Fertigstellung des Albums und Veröffentlichung viel Zeit gelassen um die notwendigen Strukturen aufzubauen bzw. zu verbessern. Das gelingt gerade ganz gut – am Ende ist alles harte Arbeit und Glück – mal schauen ob es gelingt. Wenn nicht jetzt, dann mit dem nächsten Album, oder dem nächsten, usw. ;)
 
Abschliessende Frage: ein Lied dass ihr vorige Woche in der Stadthalle gespielt habt, und am neuen Album sein wird, nennt sich "Urlaub im Glas"; wo machst du am liebsten Urlaub im Glas? Gibt`s ein Stammbeisl in Wien, und falls ja, was macht es für dich aus?


Das ist eine große Frage – vor allem  die Antwort auf den Teil  „was macht es für dich aus“ könnte zu einem Roman ausarten, aber kurz:  Ich bin großer Fan der Wiener Beisl-Kultur und mag am liebsten die abgeratzten Tschecherl mit ihrem abgefuckten Charme. Und genau ein solches gibt es quasi von meiner Haustür. Das schöne daran ist, dass es eine Parallelwelt ist. Zum einen kommt man raus aus seiner (social-)medialen Blase, spricht mit Leuten aus einem anderen Umfeld und mit anderen Ansichten. Zum anderen passieren auch ganz oft einfach herrliche Geschichten, wie letztens: Um 23:00 kommt eine Straßenmusiker-Kapelle in das Beisl, spielen zum Gaudium der Leute, die verkappten Nazis am Hintertisch singen lauthals die linke Arbeiterhymne Bella Ciao mit, den blondgefärbten Dauerwellen-Anzugträger mit einem Chiwawa wachelts vom Barhocker, bleibt länger liegen, als man ihm Wasser geben und die Rettung rufen will, springt er auf, verlangt nach Schnaps und tanzt zur Band, während sich der „Ab-15:00“ Stammgast plötzlich im hintersten Eck lautstark übergibt, die Studentengruppe es gar nicht mehr packt, aus dem Lachen nicht mehr rauskommt und über allen thront die Stimme des Chefs, der schreit: „Ihr seits ja olle deppat“.
Herrlich.

 



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